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Wie sehen die Bremer Straßen 2025 aus?

Ein Mann und eine Frau fahren Fahrrad. Das Foto ist eine Luftaufnahme. Am Boden ist ein Rechtsabbieger-Pfeil auf dem Asphalt zwischen den beiden Fahrrädern zu sehen.

Autonome Fahrzeuge, E-Bikes, Lastenfahrräder, Elektro-Scooter und -busse – die Verkehrsmittel der Zukunft sehen anders aus als heute. Aber auch unsere derzeitigen Autos, Lastwagen, Fahrräder und Straßenbahnen bleiben erhalten – wie passt das alles auf die Straße? Wie sehen sie in Zukunft aus?

Eins bleibt klar: Bremen ist und bleibt eine Stadt der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer. In keiner anderen deutschen Großstadt ist der Drahtesel so beliebt wie hier. Das Fahrrad ist umweltfreundlich, es fördert die Gesundheit und ist in der Stadt oftmals das schnellste Verkehrsmittel.

Gleichzeitig wird der motorisierte Verkehr eine hohe Bedeutung behalten. Die Logistik schafft in Bremen viele Arbeitsplätze und LKWs werden auch in Zukunft gebraucht, um Waren und Güter zu transportieren – mit steigendem Wirtschaftswachstum eher mehr als weniger.

Alle Interessen bedienen

Bis 2025 sollen die Straßen im Land Bremen für alle besser werden. Sie werden sicherer, umweltfreundlicher und mehr Menschen sollen sie nebeneinander und gleichberechtigt nutzen. Der Umstieg von Auto auf Bus und Bahn soll leichter werden, die Wege attraktiver. Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil der Fahrradfahrenden und der ÖPNV-Nutzenden leicht steigen wird, während der Autoverkehr sinkt.

Wie setzt man das in die Realität um? Bremen hat sich bereits 2014 Gedanken darüber gemacht. Eine Runde aus Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft und Bürgern entwickelten damals den „Verkehrsentwicklungsplan 2025“. Er ist die Grundlage der Verkehrspolitik in Bremen – quasi der Fahrplan in die Zukunft. In ihm wurden knapp 200 Initiativen vorgeschlagen, welche das Bild von Bremer Straßen und Wegen verändern werden.

Wir haben einmal einige dieser Vorschläge ausgewählt und zeigen, wie sie sich in den wichtigsten Bereichen auswirken.

Auto- und LKW-Verkehr

Wichtigste Maßnahme ist der Ringschluss der A281. Mit der Verbindung zwischen Strom und Gröpelingen werden die wichtigen Logistikstandorte Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) sowie die Airportstadt mit den Bremer Industriehäfen sowie Bremerhaven verbunden. Die Verbindung soll die innerstädtischen Lkw-Verkehre senken und eine effizientere Verbindung zwischen den wichtigen Logistikstandorten schaffen. Um den Verkehr künftig besser zu lenken, werden die Ampelschaltungen an mehreren Stellen optimiert sowie Verkehrslenksysteme auf Autobahnen installiert.
Des Weiteren werden die Bundesstraßen B6n, B213n sowie B212n neugebaut. Ihr Zweck ist es, Ortsverkehre durch Umgehungen zu entlasten.

Fußverkehr

Die Bedeutung des zu-Fuß-Gehens in der Stadt wird oftmals unterschätzt und wurde jahrelang vernachlässigt. Dabei gehen viele Menschen gerade in den Quartieren zu Fuß, um einzukaufen, zu shoppen, Arztbesuche zu erledige, kurz, ihren Besorgungen nachzugehen. Die wichtigste Maßnahme ist hier daher die Erhöhung der Aufenthaltsqualität – wer sich sicherer und wohler fühlt, geht mehr zu Fuß.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Erhöhung des Platzes für Fußgänger, die Ahndung von Falschparkern auf Gehwegen, fußgängerfreundlichere Kreuzungen und eine stärkere Begrünung der Straßen.

Gleichzeitig sollen die Zahl der Stadtmöbel erhöht werden: Mehr Bänke, Spiel- und Sportgeräte. Und auch die Zahl der Querungen, zum Beispiel durch Zebrastreifen, soll erhöht werden.

Ein konkretes Beispiel: Die Brillkreuzung gilt als eine Barriere, die die Innenstadt durchschneidet und das Faulenquartier abschneidet – diese soll fußgängerfreundlicher umgebaut werden.

Radverkehr

Gleich eine ganze Reihe an Maßnahmen drehen sich um das Rad. An vielen Stellen sollen die Radwege ausgebaut und saniert werden, zum Beispiel durch Fahrradstraßen und den Bau sogenannter Premiumrouten. Auf ihnen wird es möglich, mit hoher Geschwindigkeit sicher zu fahren, zu überholen und so schnell durch die Stadt zu reisen.

Eine grüne Welle für den Radverkehr verbessert die Verkehrssituation für die Radfahrenden. Neue Radabstellanlagen wie das Fahrradparkhaus am Dom machen es einfacher, den Drahtesel sicher unterzubringen. Serviceeinrichtungen wie Schließfächer, Haltegriffe an Ampeln, Fußstützen oder Luftpumpstationen erhöhen den täglichen Komfort. Exemplarisch steht dafür auch das Projekt Fahrradquartier Alte Neustadt.

Dazu werden die Angebote rund ums Rad erweitert: Bikesharing wie das WK Bike , Bike+Ride, Faltradförderung, Beratung zur betrieblichen Pedelec-Nutzung und neue digitale Angebote rund ums Rad gehören zum Maßnahmenpaket.

Zudem wird in der innerstädtischen Logistik der Transport von Lasten mittels Lastenfahrrädern erprobt, etwa im Projekt UrbanBRE. Das soll den Verkehr entlasten und gleichzeitig CO2-Emissionen einsparen.

Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)

Der Ausbau des Straßenbahnnetzes ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft, konkret für die Linien 1 nach Mittelshuchting, 2 bis Mahndorf und 8 zur Universität sowie durch die Schaffung der neuen Linie 5. Auch das Busnetz soll überarbeitet und optimiert werden, ebenso die Taktung des RS-Verkehrs (S-Bahn). Busse sollen zudem an weiteren Stellen in der Stadt bevorrechtigt sein, das heißt schneller über Ampeln kommen dürfen.

Straßenraum und Nutzungsverhalten

Viele Bremer Straßen und Plätze werden im Zuge dieser Entwicklung umgenutzt, neu geführt und umgebaut. Herausragend ist zum Beispiel die Domsheide, der ÖPNV-Verkehr soll hier grundlegend neugeordnet und optimiert werden.

Gleichzeitig wird vielerorts der Parkraum reduziert und Parkverbote härter verfolgt, um einerseits Radfahrerenden mehr Raum zu schaffen, aber auch die Barrierefreiheit zu erhöhen und Rettungswege frei zu halten.

Das starke Angebot von Carsharing soll in Bremen ausgebaut werden, mit neuen Parkstationen und mehr Fahrzeugen, vor allem Elektrofahrzeugen. Park+Ride Angebote, ob von Autofahrenden oder Radfahrenden sollen ausgebaut werden, im Zuge dessen wird auch der Busbahnhof am Hauptbahnhof neu gestaltet.

Für Elektrofahrzeuge soll das Ladesäulennetz ausgebaut werden.

Zusammenfassung: Gut für Bremen

2025 werden unsere Straßen für alle Bürgerinnen und Bürger lebenswerter. Die Zunahme des Radverkehrs vermindert Schadstoffe, entspannt die Straßenlage und verbessert das Lebensgefühl. Gleichzeitig werden alle Weichen dafür gestellt, dass die Wirtschaft auch in Zukunft florieren kann. Das gilt auch für Veränderungen in unserer Mobilität: Digitalisierung, Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren verändern unser Verhalten – und das Land Bremen ist dafür gut gerüstet.

Weitere Informationen zur Zukunft des Bremer Straßenverkehrs finden Sie auch im Masterplan Green City

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